SRF: nennt endlich Kosten pro Sendung

BildWas die Deutschen Staatsfernsehsender ARD und ZDF schon lange machen gibt es jetzt auch bei der SRG. Die Kosten für Sendungen werdn teilweise offengelegt. Bei der Kostendarstellung orientiert sich SRF am Aufwand, der in direktem Zusammenhang mit der Herstellung einer Sendung stehen. Dazu gehören die Kosten für redaktionelle und produktionstechnische Leistungen des Personals, für den Programmeinkauf sowie für Produktionsmittel. Letztere umfassen beispielsweise Studios, Kameras und Mikrofone, Schnittplätze oder Reportagewagen. Es handelt sich um die effektiven Kosten aus dem Jahr 2014. SRF will die Zahlen jedes Jahr aktualisieren.

Showreihen und mehrteilige, zumeist live ausgestrahlte Showevents wie «The Voice of Switzerland», «Happy Day», «Gipfelstürmer» oder «Kampf der Orchester» kosten durchschnittlich 817‘000 Franken pro Folge. Die Kosten für einmalige Showevents wie «Hello Again!», «Alperöösli» oder Spezialausgaben bestehender Quizsendungen liegen im Schnitt bei 607‘000 Franken. Neben Shows hat SRF am Samstagabend auch Theater- und Kleinkunstaufzeichnungen im Programm, die mit durchschnittlich 127‘000 Franken zu Buche schlagen. Mehrmals pro Jahr ist SRF Partner bei internationalen Koproduktionen wie dem «Musikantenstadl», dem «Eurovision Song Contest» oder «Hit auf Hit». Die finanzielle Beteiligung von SRF beträgt durchschnittlich 96‘000 Franken.

Eine Folge Giacobbo / Müller kostet durchschnittlich 131‘000 Franken. Sendungen wie «1 gegen 100» und «Die Millionen-Falle», «Top Secret» oder der «Samschtig-Jass» schlagen mit rund 79’000 Franken pro Folge zu Buche. Für Sendungen wie «Jobtausch» oder «Verkehrte Welt» zahlt SRF je rund 183’000 Franken.

Wesentlich günstiger sind Folgen des Kinder-TV Zambo. Diese kosten je 11’000 Franken. Beim Sport hat der Sender folgende Kosten ermittelt: «sportpanorama» 64‘000 Franken, «sportaktuell» 23‘000 Franken und die «sportlounge» 58‘000 Franken. Die durchschnittlichen Produktionskosten für eine DOK Eigenproduktion betragen 145‘000 Franken. Für einen eingekauften oder koproduzierten «DOK»-Film bezahlt SRF im Schnitt 14‘000 Franken. Die Kosten pro Eigenproduktion à 50 Minuten bei «NETZ NATUR» belaufen sich auf durchschnittlich 212‘000 Franken.

In etwa zehn verschiedenen Sendereihen pro Jahr sind am Freitagabend auf SRF 1 jährlich rund 42 Folgen «SRF bi de Lüt» à je 45 Minuten zu sehen. Eine Episode von «SRF bi de Lüt» kostet im Schnitt 120‘000 Franken. Die Produktionskosten für einen Schweizer «Tatort» liegen bei rund 2,1 Millionen Franken. Im Gegenzug erhält SRF die Ausstrahlungsrechte für deutsche und österreichische «Tatort»-Folgen.

Jährlich im Januar und Februar zeigt SRF sechs neue Folgen à 60 Minuten. Die Produktionskosten für eine einstündige Episode von «Der Bestatter» liegen bei 719‘000 Franken. Der «Kassensturz» kostet im Schnitt 114‘000 Franken pro Ausgabe à 33 Minuten. Die «Rundschau» kostet durchschnittlich 115‘000 Franken und der «Kulturplatz» 74‘000 Franken. «Schawinski» ist recht günstig und kostet nur knapp mehr als das Kinder-TV, nämlich 14‘000 Franken pro Folge. Der «Club» kostet durchschnittlich 25‘000 Franken, der «Literaturclub» 61‘000 Franken und «Sternstunden» 53‘000 Franken pro Sendung. SRF bezahlt für «Aeschbacher» pro Folge 54‘000 Franken und für die «Arena» rund 34‘000 Franken.(rom)